Interview mit Frank Bumann zu den Logiernachtzahlen

Frank Bumann, im ersten Halbjahr 2010 haben wieder mehr Touristen Zürich besucht als noch vor einem Jahr. Wie erklären Sie sich das?

Der Städtetourismus ist ein Wachstumssegment. Europaweit verzeichnen die Städte eine grössere Hotelübernachtungszunahme als die Nationen. Zudem hat Zürich Tourismus im Ausland trotz schwieriger Wirtschaftslage weiterhin grosse Marketinganstrengungen unternommen und Zürich als attraktive Destination positioniert.

Welche Märkte stechen hervor?

Sehr erfreulich ist die Entwicklung unseres wichtigsten Marktes Deutschland. Die Subregion Zürich konnte dort in der ersten Jahreshälfte 8,6 Prozent mehr Logiernächte gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Auch die Märkte United Kingdom mit einem Plus von 9,6 Prozent und China mit sensationellen 53 Prozent mehr Logiernächten stechen heraus.

Wo liegen die Gründe für ein Wachstum von 53 Prozent?

Die Chinesen reisen verstärkt und China ist weiterhin ein wichtiger Wachstumsmotor der Welt. Die Zukunftsmärkte erweisen sich sowieso als Stützen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – Indien beispielsweise hat im ersten Halbjahr 19,5 Prozent zugelegt.

Welche Prognose wagen Sie für die zweite Jahreshälfte?

Die Tourismusregion Zürich wächst weiter, doch der momentan starke Franken hemmt die Reisetätigkeit in die Schweiz und nach Zürich. Aus diesem Grund erwarten wir für die zweite Jahreshälfte ein gemässigtes Wachstum.